Quilotoa - 14.03.2026

16.03.2026

Die Arbeit muss jetzt ruhen.

Wir müssen raus. Ein Freund und ich beschließen, zum berühmten Quilotoa zu fahren und den Tag zum Wandern zu nutzen. Wir sind beide nicht trainiert. Wir brauchen die Bewegung, wir müssen den Kopf frei kriegen und wir sollten uns Vorbereiten, weil in einer Woche eine noch größere Wanderung ansteht: die Besteigung des Fuya Fuya.

Als wir am Quilotoa ankommen ist fantastisches Wetter. Wir wurden gewarnt, dass es hier schnell umschlagen kann. Aber die Warnungen erfüllten sich nicht. Die Sonne lässt die 10 Grad Lufttemperatur angenehm warm wirken. Bestes Wander-Wetter.

Der Quilotoa ist eine Caldera. Also ein See im Krater eines aktiven Vulkans. Es gibt keine Tiere in diesem heiligen See, der das letzte Mal im 13. Jahrhundert ausgebrochen ist. Baden ist auch verboten. Dafür ist das Wasser viel zu kalt, an einigen Stellen treten giftige Schwefelgase aus und die vulkanischen Mineralien reichern das Wasser derart an, dass Hautreizungen nicht ausgeschlossen sind. Aber der See galt den frühen Hochkulturen dieser Gegend als ein heiliger Ort. Wie ein schweigendes, grün-blaues Auge liegt er da, umringt von einer Hügelkette, deren höchste Stelle fast auf 4000 Meter ansteigt. Das ist auch der schwerste Aufstieg. 

Früh treffen wir auf einen Andenhund, einen kleinen Hund, der sich uns anschließt und uns begleitet. Es fühlt sich an, als ob der Quilotoa ihn uns als stummen Führer geschickt hat. Ein kleiner Aufpasser, der uns den Weg zeigt, vorauseilt, an schwierigen Stellen auf uns wartet und zum Dank ein wenig Wasser und Futter annimmt.

Kurz bevor wir die Runde beendet haben, verlässt uns der kleine Pilger wieder und schließt sich einer zweiten Gruppe an. 

Fünf Stunden sind wir unterwegs bei unserer Runde. Eine atemberaubende Landschaft. Schon auf der Rückfahrt, in diesem erschöpften Zustand, kommen mir ein paar Worte, wie ich über diesen Tag schreiben werde. Die Erlebnisse waren so intensiv, dass mir eigentlich die Worte fehlen, weshalb das beste Mittel diesmal ein Gedicht sein dürfte:

HK: Quilotoa, 14.03.26
 
Schweigend blickt das Auge in den Himmel
Statt Wimpern ragen Zähne empor
Verbeißen sich ins Firmament
Und halten aus.
 
Ein Andenhund bietet sich uns an
Führt uns in die Umrundung
Hinein, wo der Blick versandet
geduldiger Führer.
 
Dünn wird es beim Atmen
Unter der Höhenluft sinkt das Land
Grün hinab in die Weite
Sanft ist die Welt geworden.
 
Das Schweigen des Hundes erzählt,
wie heilig die Caldera all denen ist,
die pilgern. Zum Auge zieht es ihn hin,
wartet auf uns, am Kraterrand
 
oder im Schatten der Senken
zwischen den Zähnen
zwischen Totholz und Flechten
zeitloses Warten
 
Zum Auge zurück kehrt er
Tief und gelassen
Ohne Abschied
noch vor dem Ende
 
Inmitten der Wimpern ein Pfad
hin zu den Hütten. Das Grün im Rücken,
worin Wolken baden
Schweigend das Auge aus Grün.
 

Wer weiß, es kann sein, dass es bei diesem Gedicht nicht bleibt, dass noch ein paar mehr dazukommen. Ein paar Reisegedichte. 




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Webseite: Agentur Hundertmarck